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  • Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

    Kennt ihr das auch? Sobald man sich mit einem Thema näher beschäftigt sieht und findet
    man überall Menschen die sich mit dem selben Thema befassen.
    In meinem Fall ist es der Kinderwunsch. Seit Neuestem sehe ich überall nur noch schwangere
    Frauen
    oder kleine Babys. Und Zeitungen und Zeitschriften scheinen sich auch mit nichts
    anderem mehr zur beschäftigen. Gut für mich - so brauch ich nicht lange nach neuen und
    interessanten Informationen zu suchen. Die Zeitschrift “emotion”
    beschäftigt sich in ihrer neuen Ausgabe mit Paaren deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt
    und befragt zu diesem Thema auch den Psychotherapeuten Dr. Tewes Wischmann.
    Was passiert mit einem Paar, deren Wunsch auf ein Kind - auch nach einer Kinderwunschbehandlung -
    nicht erfüllt wird? Zuerst der Schock. Für uns Frauen ist es selbstverständlich,
    dass wir schwanger werden - da löst die Nachricht, dass wir keine Kinder bekommen werden
    in uns Unverständnis, Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und Wut aus. Genauso ergeht es unseren
    Partnern. Jetzt ist es wichtig zu Reden, sich nicht gegenseitig zu beschuldigen und zu reden.
    Viele Paare beschreiben ihre Beziehung nach dem Schlussstrich unter dem Thema Kinderwunsch
    als gefestigter. Das sollte das Ziel sein. Paare sollten ihren Wunsch bewusst verabschieden
    und um diesen Abschied trauern. Es ist wichtig, damit sich neue Ziele definieren und das
    Leben zu zweit ein erfülltes ist.

    Wunschkind wird vielen zu teuer

    Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2004 ist die Zahl der Behandlungen rapide gesunken.
    Ein Gynäkologe aus Berlin spricht von mehr als 50% weniger Behandlungen.
    Es liegt nicht an der mangelnden Nachfrage nach einer künstlichen Befruchtung, sondern es scheitert meist am Finanziellen.

    Die gesetzlichen Krankenkassen übernahmen vor der Gesundheitsreform die vollen Kosten für die ersten vier Behandlungsversuche, ein Versuch schlägt mit ca. 1500 € zu Buche. Aktuell müssen verheiratete Paare die Hälfte der Kosten übernehmen,nicht verheiratete Paare müssen alles selbst zahlen. So kommen leicht Summen grüßer 6000 € zustande, die dann das eigene Girokonto belasten.

    Gerade für junge unverheiratete Paare wird es somit immer schwieriger ihren Kinderwunsch zu erfüllen.
    Dies ist sehr ärgerlich, denn gerade bei jungen Frauen schlägt die Behandlung besonders oft an.
    Diese ungewollte Kinderlosigkeit ist nicht nur für das betroffene Paar ein Problem, es zeigt auch die Unsinnigkeit des Krankenkassensystems.

    Professor Kentenich, Chefarzt der DRK-Frauenklinik in Berlin, hat deshalb auch eine Initiative unter dem Motto Jeder hat das Recht auf ein Kind gestartet, diese hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Krankenkassen zumindest die ersten drei Versuche komplett zahlen.

    Unerfüllter Kinderwunsch – Hormonbehandlung

    Bleibt der Kinderwunsch eines Paares ohne Erfolg hat es mehrere Möglichkeiten. Eine In vitro Fertilisation (IVF) zum Beispiel, oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Doch vielen Verfahren zur künstlichen Befruchtung geht eine Hormonbehandlung voraus – es ist nicht notwendig aber erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung durch das Entstehen mehrerer Eizellen um ein Vielfaches.
    Es gibt standardisierte Vorgehensweisen (Protokolle) für Hormonbehandlungen – diese werden dann aber individuell an jede Patientin angepasst.
    Häufig kommt das lange Protokoll (long protocoll) zum Einsatz.
    Ein Eisprung ist nicht erwünscht – das Ei soll ja aus den Folikeln gewonnen werden – deswegen bekommt die Patientin ca. am 21.-23. Zyklustag Medikament verabreicht, was eben dies verhindert (dieser Vorgang nennt sich Downregulation).
    Jetzt haben die Ärzte zwei Möglichkeiten:

    1. Sie warten lediglich auf die Monatsblutung, die nach einer Downregulation durchaus etwas verspätet auftreten kann und beginnen am 3. Zyklustag mit der Stimulation der Eierstöcke.
    2. Sie warten einen Zeitraum von ca. 14 Tagen ab und untersuchen das Blut der Patientin auf bestimmte Hormone um zu sehen ob die Downregulation gewirkt hat.

    Danach beginnt die Behandlung mit Gonadotropinen. Bei den Gonadotropinen unterscheidet man zwei Hormone das follikelstimulierende Hormon (sorgt dafür, dass Eizellen entstehen) und das luteinisierende Hormon (sorgt für den Eisprung).
    Mit der Behandlung beginnt man meist am 3. Zyklustag und spritzt dann zwischen 50 und 75 Einheiten am Tag (wird individuell angepasst).